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Brainstorm
- Puerto Rico -
"Puerto Rico ist mein Leben, mein Beginn. Hier entdeckte ich die Liebe zur Musik. Hier gibt es immer einen Grund, Musik zu machen - sei es mit den Fingern, mit einem Löffel, oder einem Stift."
- New York -
"Die beste Stadt der Welt, wenn man seine Ruhe haben will. New York garantierte mir die Anonymität, die ich nach meinem Ausstieg bei Menudo brauchte. Ich konnte durch den Park gehen, mich auf eine Bank setzen, die Leute beobachten, mich mit mir selbst beschäftigen - ohne belästigt zu werden. In den ersten Jahren meiner Karriere mußte ich immer nur geben, geben, geben. Sie sagten zu mir:´Du mußt diese Klamotten hier anziehen, diesen Haarschnitt tragen und diese Songs singen.´Nach einer Weile verlor ich meine Persönlichkeit, wußte nicht mehr, was ich bin, was ich hasse und was ich liebe. Nun ja - so genau weiß ich das bis heute noch nicht. Und was New York betrifft: Auch jetzt kann ich noch unbehelligt durch die Straßen gehen - wenn ich mir nur den richtigen Bart anklebe..."
- Arbeit -
"Ich bin ein echtes Arbeitstier. Ich stehe früh am Morgen auf und arbeite bis Mitternacht. Manchmal wünschte ich mir, der Tag hätte 48 Stunden - dann könnte ich noch mehr schaffen. Es ist einfach so: Wenn du dir irgendwann in den Kopf gesetzt hast, anders als die anderen sein zu wollen, dann mußt du dafür kämpfen. Du bekommst nichts geschenkt. So zu sein wie die andern, ist einfacher: Du mußt dich nur deinem Schicksal ergeben und dich mit dem Alltag bequem arrangieren. Die andere Alternative heißt: Hart und ohne Unterbrechung an dir zu arbeiten und Tag für Tag besser als die anderen zu werden."
- Lernen -
"Ich bin jetzt seit mehr als 10 Jahren im Geschäft und lerne doch jeden Tag wieder etwas dazu. Und ich weiß, daß ich noch sehr viel lernen muß. Ich muß zum Beispiel noch lernen, dafür zu sorgen, hin und wieder einen ganzen Tag lang allein sein zu können, um meine Gedanken wieder zu sortieren und meine Erlebnisse zu verarbeiten, damit ich sie später dem Publikum vermitteln kann."
- Wohnsitze -
"Manch einer wird denken, es ist ein großer Luxus, Häuser in Puerto Rico, Miami, Buenos Aires und Madrid zu besitzen. Für mich ist das schiere Lebensnotwendigkeit, denn wenn du die meiste Zeit des Jahres auf Reisen bist und die Nächte in irgendeinem anonymen Hotelzimmer verbringst, sehnst du dich nach einem Zuhause. Deshalb habe ich in jedem meiner Häuser die gleichen Möbel und die gleichen Klamotten deponiert. Ich muß mir nie überlegen, was ich in den Koffer packe."
- Spanische Texte -
"Es ist überall das gleiche: Wenn du eine Seele hast und den Rhythmus spürst, wenn die Drums geschlagen werden - dann mußt du einfach tanzen. Dafür mußt du vom Text doch kein einziges Wort verstehen. Wichtig ist nur das Gefühl für die Musik. Der einzige Unterschied ist die Art der Musik. In Lateinamerika, Spanien oder Brasilien stehen die Leute auf Salsa. Die meisten Europäer, vor allem die Deutschen, wollen schnellere und härtere Beats."
- Kalorien -
"Das ist total seltsam bei mir: Ich kann essen wie ein Scheunendrescher, kann sogar Unmengen von Schokolade in mich hineinschaufeln - und nehme doch kein einziges Gramm zu."
- Karriere -
"Ich sehe mich noch immer als armen, kleinen Jungen mit großen Träumen. Und ich frage mich: Íst dieser kleine Junge stolz auf das, was aus ihm geworden ist?´ Bis heute ist dieser kleine Junge sehr glücklich und fühlt sich auf dem richtigen Weg. Das gibt mir die Motivation, mich nicht hängen zu lassen oder faul zu werden. Außerdem könnte der Erfolg schneller zu Ende sein, als man denkt. Und wenn es mir wichtig gewesen wäre, beim Brot kaufen nicht erkannt zu werden, wäre ich bestimmt lieber Lehrer oder Büroangestellter geworden. Aber ich wollte es so haben, wie es ist."
- Mensch -
"Zwischenmenschliches, die Kommunikation und der Austausch mit anderen Menschen geht mir über alles. Vielleicht liegt das daran, daß mir meine Eltern als Kind viel Zärtlichkeit gegeben haben."
- Aussehen -
"Ich will zwar gut aussehen, verbringe aber nicht allzu viel Zeit vor dem Spiegel. Die Leute, die mit mir arbeiten, kümmern sich um meine Haut und um meine Frisur. Immer wieder kommen sie an und wollen, daß ich eine neue Creme, eine andere Gesichtsmaske oder irgendein neues kosmetisches Produkt ausprobiere. Dann sind sie völlig enttäuscht, wenn ich ihnen sage, daß sie mich mit dem Zeug in Ruhe lassen sollen. Ich will so aussehen, wie ich eben aussehe. Außerdem halte ich mich körperlich fit und gehe - wenn möglich - jeden Tag eine Stunde in einen Kraftraum, um meine Übungen zu machen."
- Natürlichkeit -
"Ich versuche immer, mich so natürlich und normal zu geben wie möglich. Wenn ich irgendwo aufkreuze und mit Leuten rede, zeige ich meine Höhen und Tiefen. Ich zeige mich als normalen Menschen, der einmal am Tag duscht, seine Zähne putzt, ißt und auf die Toilette geht. Das ist sehr wichtig, denn viele Leute können sich gar nicht vorstellen, daß auch Stars essen, sich duschen und die Zähne putzen. Es ist wichtig für mich, andere Menschen dazu zu ermuntern, sich selbst auszudrücken. Zu Tanzen, Singen, Schreien - was ihnen gerade einfällt. Oft beginne ich zum Beispiel meine Konzerte mit dem Spruch ´Meine Damen und Herren, Ihr alle seid hier, um Spaß zu haben. Also vergeßt einfach alle Scheu und seid Ihr selbst!´."
- Drogen -
"Cleaner als ich kann man kaum sein - ich trinke noch nicht einmal Wein. In meinem Leben ist mir zur Zeit nichts wichtiger als Friede und eins sein mit mir selbst. Drogen bringen genau das Gegenteil. Deshalb habe ich vor 3 Jahren sogar mit dem Rauchen aufgehört. Jetzt gibt es nur noch eine Droge - meine Konzerte. Oben auf der Bühne mit all dem Adrenalin, das einem durch die Blutbahnen schießt, verliere ich mich völlig. Adrenalin ist wie ein Betäubungsmittel. Und - um die Wahrheit zu sagen - wenn ich anschließend völlig aufgewühlt in meine Garderobe gehe, dann ist das wie ein schlimmer Kater nach einem Drogenrausch."
- Nein sagen -
"Das ist das wichtigste, daß ich in meinem Leben gelernt habe. Früher sagte ich zu jedem und allem immer nur Ja. Jetzt frage ich mich vorher, ob ich es in Ordnung finde, und wenn ich es nicht in Ordnung finde, sage ich ein klares Nein. Das hat auch meiner Karriere sehr weitergeholfen. Damals, als ich noch zu allem Ja sagte, wußte ich irgendwann einmal nicht mehr, was ich selbst wollte. Außerdem war ich schon immer ein extremer Perfektionist und litt schwer unter jedem Fehler, den ich selber verschuldet hatte. Inzwischen bin ich klüger und kann akzeptieren, daß ich ein ganz normaler Mensch bin, der auch mal einen Fehler machen darf."
- Einsamkeit -
"Ich mußte lernen, auch mal allein zu sein. Vor ein paar Jahren hatte ich ein paar schwere Monate in Los Angeles. Ich wußte nicht mehr weiter mit mir und meiner Karriere. Ich stieg fast jeden Tag in die Berge hinauf und weinte einfach, wenn mir die Tränen kamen. Ich merkte, daß ich nicht ständig und immer Menschen um mich herum haben muß. Ich schaffte es sogar, nach Hause zu kommen, ohne gleich zwanghaft den Fernseher oder das Radio einzuschalten. Ich genoß die Ruhe und erlaubte mir, mich mit meinen Ängsten auseinanderzusetzen. Das half mir, die Dinge wieder gerade zu rücken."
- Indien -
"Auf unserer Seite der Welt dreht sich doch alles um den Kommerz, um das Geld. Eines Tages brach ich nach Indien auf und lernte, daß es auch noch andere Dinge im Leben gibt. Ich schlief auf einem Bett aus Palmenzweigen und bewunderte die Menschen, weil sie auf das Wenige, das sie hatten, so stolz waren. Sie haben etwas in ihren Augen, das uns im Westen völlig abgeht - sie freuen sich einfach in jeder Sekunde, am Leben zu sein."
- Erdkunde -
"Ich reise ja quer über die Welt, seitdem ich ein Kind bin. Ich wollte immer ganz genau wissen, wo ich gerade bin und wie weit das von zu Hause entfernt ist. Dafür sind diese Magazine, die in den Flugzeugsitztaschen stecken, sehr hilfreich. Ich habe immer sofort die Weltkarte darin aufgeschlagen, um zu sehen, wo wir gerade sind."
- Zukunft -
"Sobald ich mich mit dem, was ich gerade tue, langweile, schmeiße ich den Kram hin. Ob ich dazu in der Lage bin? Klar! Vor Jahren schon habe ich mir geschworen, nie wieder etwas zu tun, worauf ich keine Lust habe. Vielleicht klingt das jetzt für manche Ohren egozentrisch, aber das ist mir egal. Es ist schließlich mein Leben, um das es mir geht. Das Leben ist viel zu kurz, um Zeit für Dinge zu verschwenden, auf die man keine Lust hat. Aber wenn es nach mir ginge - ich könnte gern bis in alle Ewigkeit so weiter machen wie in den letzten Jahren."
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