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INDIEN

Von der westlichen Welt nach Indien

In der westlichen Welt entsteht manchmal der Eindruck, daß Wissenschaft eine Erfindung des Westens ist, während in anderen Teilen der Welt nur arme Analphabeten zu finden sind.

Häufig wird völlig übersehen, daß unsere Wissenschaft auf Erkenntnissen des Ostens basiert. Bis zum 15. Jahrhundert rechnete man bei uns noch mit römischen Ziffern, was nicht einfach war. Erst als der Rechenmeister Adam Ries (besser bekannt als Adam Riese) die arabischen Ziffern einführte, begann der große Durchbruch der Mathematik, welche die Basis für viele andere westliche Wissenschaften ist.

Zunächst gab es große Fortschritte in den Naturwissenschaften. Im letzten Jahrhundert begründete dann Sigmund Freud die Psychologie als eine anerkannte Wissenschaft. Manche Leute glaubten damals noch, Freud wäre der erste Mensch gewesen, der das Unbewußte im Menschen erforschte. Aber bald gab es starke Kritik an dieser Meinung.

Sein Schüler C.G. Jung war nicht zufrieden mit dem, was Freud lehrte, und suchte nach höheren Erkenntnissen in anderen Kulturen. Er besuchte die Pueblo Indianer in Amerika, war eine Zeit lang in Afrika unterwegs und begann schließlich, sich mit östlichen Weisheiten zu beschäftigen. Schon 1928 sagte er bei einem Vortrag:

Was wir für eine spezifisch abendländische Erfindung halten, nämlich die Psychoanalyse und die von ihr ausgehenden Anregungen, so ist sie ein Anfängerversuch im Vergleiche zu dem, was im Osten altgeübte Kunst ist.

C.G. Jung: Das Seelenproblem des modernen Menschen (Gesammelte Werke, Band 10, S. 109)

Die Aussagen Jungs über den Osten und speziell Indien haben mich dazu inspieriert, mich intensiver mit diesem Thema zu beschäftigen und hier ein paar Informationen zusammenzustellen.

Bedeutende Persönlichkeiten

Gautama Buddha

Als Gautama Buddha einmal gebeten wurde, den richtigen Weg in einfachen Worten zu erklären, sagte er:
Enthaltet euch aller abträglichen Taten,
übt die guten Taten,
läutert euern Geist -
das ist die Lehre der Erleuchteten.
In Internet findet man unglaublich viel Material über das Leben und die Lehre von Siddhartha Gautama Buddha:
Buchempfehlung:

Samuel Bercholz, Sherab Chödzin: "Ein Mann namens Buddha - sein Weg und seine Lehre" Goldmann Verlag, 1996

Die Herausgeber sind langjährige Schüler des tibetischen Meisters Chögyam Trungpa Rinpoche und lehren - von diesem autorisiert - inzwischen selbst den Buddhismus im Westen.

Das Buch gibt einen guten Überblick über das Leben Gautama Buddhas und die Grundzüge der Lehre und Entwicklungsrichtungen des Buddhismus.

Mahatma Gandhi

Er wurde von Churchill einst als ein "halbnackter Fakir" bezeichnet. Aber ihm ist es gelungen, ohne Waffen das britische Imperium in die Knie zu zwingen.

Mehr über das Leben von Mahatma Gandhi:

Mutter Teresa

Viele Menschen auf der Welt reden über den christlichen Glauben, kaum einer lebt ihn konsequent. Heute gibt es viele Christen, für die sich der Glauben im wesentlichen auf den Gottesdienstbesuch beschränkt. Von der wahren Nachfolge Jesu sind die meisten Christen weit entfernt.

Zu den wenigen Menschen, die uns gezeigt haben, daß so ein Leben für die Liebe zu Gott und den Menschen auch heute noch möglich ist, gehört Mutter Teresa. Sie gab alle weltlichen Dinge auf und bezog eine einfache Hütte in den Slums von Kalkutta, um Werke der Nächstenliebe an den Ärmsten zu üben.

Mehr über Mutter Teresa:

Phoolan Devi

Phoolan Devi war ein Bauernmädchen aus einer niederen Kaste. Ihre Familie war die ärmste im Dorf, da ihr Vater durch einen Betrug sein Erbe verlor. Ihr Vater war sehr religiös und sagte dazu nur: "Es ist die Aufgabe unserer Kaste, den höheren Kasten zu dienen." Phoolan Devi war zwar auch sehr religiös, aber sie glaubte mehr an die Stimme ihres Herzens, als and die alte Tradition. Phoolan beschwerte sich nie über die harte Arbeit, die sie tun mußte. Aber im Gegensatz zu ihrem Vater geriet sie immer in Wut, wenn ein reicher Mann sie um ihren Lohn betrügen wollte, wodurch sie sich viele mächtige Feinde schuf.

Sie ließ sich weder durch Folter noch durch Morddrohungen einschüchtern. Als erwachsene Frau zog sie dann mit einer eigenen Bande durch Indien und sorgte selbst für Gerechtigkeit, so wie Robin Hood. Wenn ein reicher Mann ein armes Mädchen vergewaltigen wollte, hatte sie nun zum ersten mal eine Chance sich zu verteidigen. Sie mußte nur sagen: "Wenn Du mir etwas tust, werde ich Phoolan Devi rufen, und sie wird dich bestrafen!"

Seit 1996 sitzt Phoolan Devi nun im Parlament von Indien, und kämpft jetzt an dieser Position weiter für die Rechte der Ärmsten.

Über ihr Buch Ich war die Königin der Banditen sagte sie:

Dieses Buch ist das erste Zeugnis einer Frau aus meiner Gemeinschaft (Kaste), daß an die Öffentlichkeit gelangte. Es ist eine ausgestreckte Hand des Mutes für die Gedemütigten und Unterdrückten, in der Hoffnung, daß ein Leben wie das meine sich nie mehr wiederholen möge. Ich sollte heute tot sein, aber ich lebe. Ich nahm mein Schicksal in meine eigenen Hände. Ich wurde als eine Unterlegene geboren, aber ich wurde zur Königin.
Am 25.07.2001 wurde Phoolan Devi vor ihrem Haus in Neu Delhi von Männern einer höheren Kaste erschossen.

Interessante Artikel über Phoolan Devi gibt es hier:

Weitere Informationen

Hier noch ein paar Links zu weiteren interessanten Seiten über Indien:


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© 1998-2001 Günter Trageser