Griechenland '97 - Teil 1
Tourdaten
| Zeitraum: | 30.8. - 27.9.1997 | |
| gefahrene Kilometer: | 5600 km |
Wer war denn dabei
| Wolfgang Graser | BMW 100 GS | |
| Armin Dressler | Transalp | |
| Norbert Raabe | Transalp | |
| Huse | Yamaha TDM 850 |

Wie alles begann
Es ist wieder so ein Sommer, in dem man seinen Urlaub zwar plant, aber nichts so recht zustande kommen will. Der warme Süden als Ziel steht so weit fest, aber irgendwie hat niemand zur gleichen Zeit die Möglichkeit zu fahren oder nicht so lange oder das Ziel ist nicht so das wahre. Nach einiger Zeit des Suchens ist dann der Blick in Anzeigen die letzte Rettung. Ich stoße auf eine für Griechenland.
Nach dem ersten Telefonat stellt sich heraus, daß beim Termin der Fehlerteufel zugeschlagen hat. Da mir der September aber auch besser paßt, werden wir uns schnell einig. Mit Norbert aus Frankfurt und Armin, einem Freund von Wolfgang, brechen wir zu viert in Richtung Süden auf.
30.8. - 1.9. Der Weg bis zur Fähre
Um 11:00 Uhr bin ich endlich auf der Autobahn Richtung Norbert. Nach einem scheinbar unendlich langen Tag zuvor auf der Arbeit, Packen bis 3:00 Uhr und dem üblichen "was könnte ich denn noch vergessen haben"-Gefühl kommt Ruhe auf. Der Urlaub kann beginnen.
Zusammen mit Norbert geht es zum ersten Zwischenstop nach Nürnberg. Leider müssen Wolfgang und Armin heute Abend noch in einem Veranstaltungszentrum arbeiten, in dem ein fränkischer Heimatabend stattfindet. Aber erst als Norbert und ich mal vorbeischauen, eröffnet sich auch uns die gesamte Grausamkeit dieser Arbeit. Sie haben sich den Urlaub verdient.
Ein neuer Tag - der erste gemeinsame im Urlaub. Irgendwie scheint es aber ein Urlaub mit Startschwierigkeiten zu werden:
| 2 km | ein Gurt an Wolfgangs Tankrucksack reißt | |
| 8 km | meine Außenspiegel halten nicht mehr und klappen regelmäßig nach unten | |
| 10 km | Norberts Gurt zum fixieren der Koffer schmort am Auspuff durch | |
| 40 km | Norberts Kamera fällt beim fotografieren mit Selbstauslöser von der Mülltonne | |
| ?? km | Norbert wirft seinen Helm vom Motorrad | |
| ?? km | Norbert wirft seine Sonnenbrille vom Motorrad |
Im weiteren Verlauf nimmt die Norbert-Lastigkeit zum Glück stark ab. Statt dessen schaffe ich es mir ein magnetisches Deutschland-Schild zu kaufen, was natürlich weder am Plasikkoffer noch an anderen Motorradteilen hält.

Bei einem weiteren Halt taucht jetzt wieder bei Wolfgang ein Phänomen auf. Nach der Frage "Hat diese Lampe wohl etwas zu sagen" kann die BMW nicht mehr mit dem Starter angeworfen werden. Wir müssen anschieben und hoffen, daß der Fehler - nachdem er von alleine gekommen ist - auch wieder von alleine geht.
Nach dem Penser-Joch - kurz vor Astfeld - verweigert jedoch die BMW dann
den weiteren Dienst. Da sie jede noch so kleine elektrische Bewegung kolossal schwächt,
scheint es ein Problem mit der Lichtmaschine
oder Batterie zu sein.
Nach einigen Versuchen entscheiden wir uns, sie in die nächste Werkstatt schleppen zu
lassen. Bis zum Abtransport vertreiben wir uns die Zeit mit Kartenspielen auf einem
Topcase und heißen Tanzeinlagen zu Discokrachern aus dem Radio. Spätestens jetzt
dürften uns die dunklen, einheimischen Gestalten hinter den Vorhängen für verrückt
erklären. Gegen 21:30 Uhr taucht endlich der Schlepper auf, der die BMW in die Werkstatt
bringt. Wir freuen uns auf das Hotel, wo wir bei einer heißen Speckknödelsuppe langsam
wieder auftauen.
Um am nächsten Tag das Warten erträglich zu gestalten, verbringen wir den Vormittag in Bozen. Gegen 14:00 Uhr kann Wolfgang seine Maschine mit 600,-DM in der Werkstatt auslösen. Der defekte Anker der Lichtmaschine reißt ein nicht unerhebliches Loch ins Urlaubsbudget.
Auch wenn wir die Autostrada lieber nicht fahren würden, müssen wir Stecke machen. Zum Abfahrtshafen unserer Fähre am nächsten Morgen in Ancona ist es noch ein weiter Weg. Erst gegen 1:00 Uhr verlassen wir schlaftrunken die Autobahn, um ca. 30km vor Ancona in Vallone wild zu campen. Das Nachlager an einer kleineren Hauptstraße wird erst nach einem kleinen Bier und der uns nun völlig übermannenden Müdigkeit gemütlich. Auch die Lichtkegel der vorbeifahrenden Autos können uns nun nicht mehr vom verdienten Schlaf abhalten.
2.9. Die Fähre
Am nächsten Morgen werden wir sowohl durch Hähne, als auch durch den
Duft von frischem Brot geweckt. Wir haben unser Nachtlager instinktiv richtig gegenüber
einem Bäcker aufgeschlagen und haben
damit zum Frühstück
Monster-Puddingteilchen und noch warme Hörner - der Begriff "Hörnchen" würde
der eigentlichen Größe nicht gerecht werden.
Pünktlich trudeln wir gegen 9:30 auf dem Parkplatz vor dem Fährbüro ein. Sichtlich gut gelaunt kaufen wir uns die Tickets, gratulieren dem Madel hinter dem Schalter zu ihrem Geburtstag, machen uns Schiffsfertig. Erst der Mann an der Bugklappe stoppt recht abrupt unseren Höhenflug mit dem Hinweis, daß wir noch keinen Polizei-Stempel auf unserem Ticket haben. Die Schlange der Leute, die auch noch einen Stempel benötigen, erfüllt die Erwartungen, die wir auf dem ersten Blick an sie hatten. Erst eine Stunde später stehen wir an Deck.
Nachdem wir unsere Schlafplätze bei den Pullmann-Sitzen gesichert haben, weicht endgültig die Hektik der Ruhe. 21 Stunden Fähre liegen nun vor uns.
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zuletzt bearbeitet: 31 Januar 1999