Elsaß '98
Tourdaten
| Zeitraum: | 29.5. - 2.6.1998 | |
| gefahrene Kilometer: | ca. 1000 km (von Malsch aus) |
Wer war denn dabei
| Tobias Opluschtil | African Twin | ||
| Olf | Dominator | hier gibt es seinen Bericht | |
| Armin Dressler | Transalp | ||
| Huse | Yamaha TDM 850 |

Diesen Kurzurlaub zu organisieren stellte sich als recht schwierig heraus. Aber irgendwie hat es nach einigem Durcheinander doch noch geklappt. Direkt nach der Arbeit geht es von Düsseldorf aus auf die Autobahn Richtung Malsch. Zum Glück nutzen reichlich Leute dieses verlängerte Wochenende. So kann man im Stau den Regen auch wesentlich besser genießen.Gegen acht Uhr abends trudle ich glücklich in Malsch ein. Armin hat telefonisch Bescheid gegeben, daß er noch mitkommen kann. Um Mitternacht sind wir dann komplett.
Am nächsten Morgen verspricht uns Tobi,
daß wir live ein Phänomen sehen werden. Jeder, der SWF3 kennt, kennt den Verkehrsfunk
und die "Fähre am Grenzübergang Plittersdorf". Normalerweise folgt hier immer
"ist wegen so-und-so außer Betrieb". Wir fahren in die Richtung, sehen aber nur
eine lange Schlange vor der Anlegestelle. Daher nehmen wir doch die weiter entfernte
Brücke, ohne die Fähre in Betrieb gesehen zu haben. Wir bleiben unsicher, ob es die
Fähre überhaupt gibt.
Die weitere Anfahrt gestaltet sich nicht sonderlich spektakulär. Erst mit "einsetzendem" Elsaß werden die Straßen interessanter. Allerdings möchten wir heute lieber unseren Stützpunkt-Campingplatz erreichen, um ab morgen Touren ohne Gepäck machen zu können. Die Straße lassen aber schon auf einiges hoffen.
Am frühen Abend erreichen wir bei bedecktem Himmel den Campingplatz "Belle-Hutte" in der Nähe von La Bresse. Da pünktlich nach dem Einchecken ein Wolkenbruch den Platz flutet, findet nur eine einigermaßen trockene Parzelle direkt an einem kleinen Bach unsere Gnade.
Nachdem wir unsere Spaghetti in Tobi's Tunnelzelt verdrückt haben - es regnet schon wieder - verbringen wir den Rest des Abends dann doch lieber im Aufenthaltsraum des Campingplatzes. Armin und ich nutzen die Zeit, die anderen beiden in Tichu einführen. Es ist eine Mischung aus Skat, Doppelkopf, Canaster und Rommé. Auch Olf und Tobi haben wir damit infizieren können. Wer gerne Karten spielt, sollte sich einmal im nächsten Spielwarengeschäft oder auch zunächst bei diesem Link umschauen.

Der blaue Himmel am nächsten Morgen läßt für den Tag hoffen. Und nach einer ordentlichen Tasse Tee bzw. Kaffee - je nach Geschmack - kann es auch losgehen. Die ersten großen Straßen aber zeigen, daß nicht nur wir den Weg hier hin gefunden haben. Die Motorradgrußhand muß Schwerstarbeit leisten und vielleicht über 90% der Motorräder haben ein deutsches Nummernschild. Zum Glück gibt es hier aber auch zahllose kleinere Straßen, auf denen Gegenverkehr nahezu unbekannt zu sein scheint.
Unser Scout Tobi findet immer wieder genau diese Straßen, die uns
fast alleine gehören. Wir fahren auch immer wieder an unbefestigten Wegen vorbei, die in
die Wälder führen. Leider scheinen sie alle für uns gesperrt zu sein. Allerdings sind
auf unserer Karte auch unbefestigte Wege eingezeichnet, die damit eigentlich auch offen
sein sollten. Und auch genau diese finden wir.
Einer der Wege führt uns pünktlich zur Mittagspause auf eine Art Almhütte. Bevor wir uns allerdings um unser Verspen kümmern können, müssen wir zunächst einer der frei herumlaufenden Kühe davon überzeugen, daß weder Sitzbank, Tankrucksack noch Griffgummi sonderlich gut schmecken und auch der Milch einen etwas faden Beigeschmack verleihen würden.
Wir treiben uns noch eine ganze Zeit auf großen und kleinen Straßen herum, bis wir uns vor dem Weg zurück zum Campingplatz noch einmal auf Schotter bewegen wollen. Wir haben noch nicht einmal die Hälfte des Schotters befahren, als ein Wolkenbruch ähnlich dem gestrigen sein ganzes Können zeigt. Wir kämpfen uns den Weg bis in die tief hängenen Wolken hinein nach oben. Nicht nur in mir keimt eine wage Befürchtung auf, daß dies nicht der richtige Weg ist. Erst nach geraumer Zeit tauchen auf einmal vor uns 2 Lichtkegel eines Autos aus dem Nebel auf. Wir haben den Bergkamm und vor allen Dingen wieder feste Straße erreicht. Zurück auf dem Campingplatz sind wir reichlich froh, daß wir unsere nassen Sachen in einem Trockenraum hängen können, der ansonsten für winterliche Skisachen reserviert ist. Ach ja, hab' ich eigentlich schon gesagt, daß ich Regenkombis hasse, bei denen der Regen im Schritt reinläuft?

1.6.1998 Der zweite Tag
Dieser Tag erwartet uns ebenfalls mit blauem Himmel. Trotzdem packen wir auf Grund schlechter Erfahrung unsere Regenkombis ein. Auch wenn ein Feiertagsverkehr nicht zu verleugnen ist, kommt bei der Fahrt zum Petit Ballon Freude auf. Der Blick vom Gipfel über die sanft abfallenden Hügel ist nicht zu verachten.
Der Weg zurück soll uns aber wieder über eine von hier oben
startende Schotterstrecke führen. Ich wundere mich immer wieder, wie gut ich trotz des
manchmal feucht rutschigen Bodens mit der TDM und ihren Straßenreifen zurecht komme.
Auch an diesen Strecken findet man immer wieder fest eingerichtete Raststätten, die von einfachen Holztischen und -Bänken bis hin zu gemauerten Grillstationen reichen. Zum Mittag teilen wir uns eine mitten im Wald gelegene Raststation mit einigen Moutain Bikern, die neben den immer wieder anzutreffenden Wandergruppen durch das Elsaß streifen.
Und es gibt hier wirklich unzählige Wege und Straßen. Das einzige, was dabei sinkt, ist mit Sicherheit nicht die Fahrfreude, sondern allerhöchstens meine Orientierung: von Schotter geht es auf eine größere Straße, von dort führt ein gewundener Weg durch Weinberge und kleine Dörfer. Am Ende des Tages herrscht allgemeine Zufriedenheit und das nicht nur, weil wir heute endlich auch einmal vor dem Zelt essen und eine gute Flasche Wein köpfen können.
2.6.1998 Und Schluß
Leider müssen wir heute unsere Zelte wieder abbrechen. Eigentlich würden wir gerne noch ein paar Tage hier unsere Runden drehen. Leider lassen es aufkommender Prüfungsstreß und ganz einfach fehlender Urlaub nicht zu. Mit Gepäck verzichten wir aber heute auf Schottertouren. Dafür macht aber heute auch das Fahren auf den größeren, aber jetzt wesentlich leereren Straßen Spaß. An einem ganz normalen Arbeitstag sind halt fast nur noch Urlauber unterwegs. Auch das Kloster auf dem Mount St.Odile mit seinen beeindruckenden Blicken in die Ebene ist längst nicht so überlaufen, wie an einem Wochenende.

Bleibt nur noch zu sagen, daß das Elsaß immer eine Motorrad-Reise wert ist. Allerdings sollte man sich an einem Wochenende eher auf den kleineren Straßen aufhalten, während es in der Woche auch auf den größeren Straßen Spaß macht. Noch ein Tip zu den Schotterstrecken: Sie sind alle auf den detaillierten Michelin-Karten eingezeichnet. Allerdings sollte man nicht zu schnell aufgeben, wenn man sie nicht sofort findet. Die Einfahrten sind teilweise hervorragend versteckt.
Ach ja, noch etwas: Auch auf dem Rückweg haben wir keine "Fähre am Grenzübergang Plittersdorf" in Aktion gesehen. Vielleicht ist sie doch nur eines dieser ungeklärten Phänomene. Ich werde wohl Scully und Mulder einmal darauf ansprechen.
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zuletzt bearbeitet: 07 März 1999